Ich fand im Herbst letzten Jahres einen Bauvorschlag für eine Antenne, die deutlich mehr Gewinn gegenüber Dipol macht, als das was man so kaufen kann. Diese habe ich nachgebaut.
https://keptenkurk.wordpress.com/2018/03/26/a-lora-868mhz-collinear-antenna/ ( @ Keptenkurk -> Hartelijk dank).
Aufbau, Kurzbeschreibung:
Der erste Aufbau scheiterte. Die Resonanz lag etwas zu hoch (ca. 880 MHz). Durch abknipsen vom letzten Kabelstück stieg die Resonanzfrequenz (natürlich) noch weiter an. Daher habe ich dann statt den angegebenen 114 mm Koax-Länge im 2. Aufbau nun 120 mm Länge verwendet und neu zusammen gelötet. Das passte dann sofort hervorragend, da die Resonanzfrequenz nun leicht unterhalb von 869 MHz lag.
Durch zartes kürzen von ca. 10mm am oberen Ende des letzten Koaxkabel, verschob sich die Resonanzfrequenz genau auf 869 MHz. Ich habe als Kabel RG-58 verwendet. Warscheinlich passten deshalb die Längen des Kabel nicht, da "Keptenkurk" als Kabel das dickere RG-213 verwendet hatte. Um die Radials montieren zu können, habe ich aus Kupferblech eine Scheibe ausgeschnitten, die genau in das Rohr passt. Die Messingelemente sind darauf angelötet.
Die Masseverbindung von der SMA-Buchse zum einzigen Lamda 1/4 (x Verkürzungsfaktor) Kabelstück habe ich mit einer Lötöse an einer der Schrauben realisiert. Dadurch muß nicht die ganze Kupferscheibe zum löten erhitzt werden, sondern nur die Öse. Die Länge der versetzt angelöteten Lamda 1/2 (x V-Faktor) Kabelstücke ist so realisiert, daß das verlötete Außengeflecht zusammen mit dem Rest des Kabel genau 120mm entspricht. Der Abstand zwischen den Kabelstücken liegt bei ca. 2-3mm.
Diese Elektroinstallationsrohre haben an einer Seite eine Muffe. Diese Muffe habe ich nach zusammenklappen der aufgesägten "Flügel" Richtung Radials geschoben. So hat man dann unterhalb der Radials auch die Möglichkeit, eine Befestigung für ein Antennenmast zu realisieren. Ganz oben auf der fertigen Antenne habe ich noch einen Kunststoffdeckel einer Wasserflasche drauf geklebt.
Mich hat nach Fertigstellung der Antenne sehr erstaunt, daß die Resonanz der Antenne gegenüber äußeren Einflüssen sich kaum ändert. So sind die Werte fast identisch, wenn man sie auf dem Boden legt. Ideal für das graue Elektroinstallations-Rohr mit ca. 23mm Durchmesser. Diese Colliniar Koaxkabel Antenne ist an drei Stellen mit etwas Knallfolie umwickelt und dann mittels eines Zugfaden durch das Rohr gezogen worden. Den Faden habe ich dann mittels eines Korken im Rohr fest geklemmt.
Der Antennengewinn ist definitiv da. Ein riesiger Unterschied zu der bisherigen Knickantenne die ich an Relais Baumberge in der Anfangszeit montiert hatte.
Warum nun eigentlich diese Colliniar Antenne? Warum nicht einfach was kaufen? Tja - bei Hochgewinn Antennen ist der Markt sehr dünn. Und wenn man eine Antenne findet, die diese Gewinn-Werte von 9dBi haben soll, dann ist unklar, ob die Werte wirklich da sind. Mir ist kein Antennenkonstrukt in dieser schlanken Bauform bekannt, welches sonst diese 9 dBi schafft.
Mit etwas zeitlichem Abstand gehe ich inzwischen davon aus, das es sich hier um vier verkürzte Dipole handelt. Die anderen vier Koaxstücke dienen dem Stockungsabstand. Im Internet gibt es widersprüchliche Aussagen, wie diese Antenne nun genau funktioniert. Ganz grob geschrieben, sollte meine Vermutung aber passen. Sobald mir ein Meßsender für 869 MHz "zufliegt", werde ich einen Antennenmesstag einlegen und die Ergebnisse hier noch ergänzen. Vielleicht kann man eine Mesh Platine auch dazu bewegen, das sie ein Dauersignal abliefert. Wer dazu eine Idee hat... :-)
Vielleicht helfen meine Erfahrungen mit der Antenne jemanden von Euch, diese ebenfalls zu bauen. Die Materialkosten sind gering aber der Arbeitsaufwand - insbesondere die Frequenz mit der Resonanz zu treffen - ist nicht ohne. Hier nun einige Bilder vom Aufbau der Antenne:










