Bandpass Filter für 869 MHz und 0,5 dB Einfügedämpfung - DIY

Ich habe den Bandpass Filter nach längerer Recherche im Internet gefunden und insgesamt drei mal nachgebaut. Hier der Link zu der Veröffentlichung:

https://lipkowski.com/2024/12/28/altoids-tin-bandpass-filter-for-868mhz-meshtastic/

Die Bonbondosen gibt es im Gehäusefachhandel "Rossmann" zu 1,79 Euro. Ich habe für die drei Abstimmelemente 3mm dickes Semi Rigid Kabel genommen. Das Filter wird dadurch abgestimmt, daß der Innenleiter des Semi Rigid Kabel passend heraus gezogen wird. Man geht folgendermaßen vor: Zuerst zieht man vor dem einlöten der drei Semi Rigid Kabel (Abstimmkreise) die Innenleiter schon mal ca. 3 cm heraus, dann werden die drei nach Anleitung in das Gehäuse an Masse eingelötet. Ich habe die Ende der Innenleiter umgeknickt, damit man besser ziehen/drehen kann. Geht das ziehen/schieben zu schwer, dann nimmt man einen Hauch von Fett (idealerweise hat man schon fettige Finger von einer Chipstüte :-) und macht es an die Innenleiter dran und schiebt sie dann ein wenig wieder hinein. Dann nimmt man das Gehäuse in die linke Hand und drückt mit den Fingern duch leichten Druck die Innenleiter zur Seite. Das ist wichtig, da nur dann die Innenleiter eine elektrische Verbindung nach Masse haben. Nun fängt man an, die Innenleiter weiter heraus zu ziehen und beobachtet, wie sich die Kurve auf dem Bildschirm des VNA verschiebt. Der VNA sollte dabei den Bereich zwischen 500 und 1000 MHz abbilden. Bei Feinjustage entsprechend den Frequenzbereich am VNA kleiner (z.B. 800-1000 MHz) einstellen, so das die niedrigste Durchgangsdämpfung bei 869 MHz liegt. Zu beachten ist noch, das der Deckel beim Abstimmen drauf sein muß. Ich habe beim Bau des zweiten Filter den Deckel schon mit 6 Lötverbindungen fest gelötet. So ist der Resonanzraum (die Bonbondose) schon an ihrer entgültigen Position und es kommt nicht zu blöden Überraschungen bei den Messwerten. Hat man das Filter soweit (mit allen drei Innenleitern nach Masse angedrückt und) abgestimmt, dann kann man die Innenleiter der drei Semi Rigid Kabel am Gehäuse festlöten und den Rest abknipsen.

Ich habe testweise ein Filter schmalbandiger gebaut (lose Kopplung). Dazu habe ich die Abstände zu den Semi Rigid Kabel von 17mm auf 20mm erhöht. Auch das gelang, allerdings etwas zu lasten der Durchgangsdämpfung. Diese lag dann bei ca. 0,9 dB Durchgangsdämpfung. Während des Aufbau kann man natürlich auch gleich noch die Bonbons verputzen :-)

Solche Bandpassfilter verhindern, das der breitbandige Eingangsbereich der Empfängerstufe noch andere Signale, außer den Bereich um 869 MHz "sieht". Hat man kein Filter davor, dann addieren sich alle Signal zwischen ~100 und 2000 MHz und es kann dann vorkommen, das der Eingangs FET (die erste Empfängerstufe) in die Begrenzung geht und nicht mehr richtig funktioniert. An "Relais Baumberge" habe ich so ein Filter eingebaut. Da oben ist enorm viel Hochfrequenz in der Luft und zum Beispiel gehen teilweise sogar Autoradios in die Begrenzung, wenn man in der Nähe des 190m hohen WDR Mast steht. "Relais Aasee" hat ebenfalls ein solches Filter drin.

Was kann man noch tun, wenn die störende Beeinträchtigung eines MeshCore Empfänger trotz Filter immer noch da ist? Dann könnte man in der nahen Umgebung schauen, ob sich dort ein Handy Mast für die Versorgung unserer Mobil-Telefone befindet. Denn - noch wird der Frquenzbereich 890-915 MHz für das GSM Netz verwendet. Dann könnte man mit einem Notch-Filter experimentieren und den Frequenzbereich gezielt unterdrücken.

Hier noch ein paar Bilder:

868 Bandpass Prototyp.jpg

MeshCore Bandpass.jpg

0

Sexy, danke für die Inspiration!

1
Anmelden oder registrieren, um zu antworten.